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12.12.2019 Die Skandale im Allgäu gehen ungebremst weiter

Wie lange die Behörden noch von Einzelfällen sprechen wollen bleibt abzuwarten. Die #MetzgerGegenTiermord bleiben mit ihrem Aktivisten Philipp Hörmann dort hartnäckig am Ball und lassen die Tiere nicht im Stich.

Wer glaubte, dass sich nach den großen Veröffentlichungen vom Sommer eine abschreckende Wirkung ausbreitet, wird erneut eines besseren belehrt. Ganze 10 Kilometer Luftlinie vom schwer in die Kritik geratenen Milchbetrieb in Bad Grönenbach entfernt, kam es diese Woche abermals zu einer grausamen Entdeckung: Ein Bauernhof mit 100 Tieren wurde in der Nähe von Dietmannsried im Oberallgäu nach einem anonymen Hinweis durch das Veterinäramt kontrolliert.

Erschreckendes Ergebnis: 26 Tiere müssen dringend tierärztlich versorgt werden. 6 Tiere waren in einem solch schlimmen Zustand, dass sie noch vor Ort durch die Tierärzte getötet wurden.

Für ein Gespräch war am Bauernhof nur ein externer Arbeiter anzutreffen. Die Schleifspuren an den Ausgängen ließen allerdings wenige Fragen offen. Das Bild zeigt wie am späten Abend noch fleißiges Aufräumen einsetzte.

Auch in Bad Grönenbach geht das Sterben der Tiere weiter. Einer der drei Großbauern schleifte am Montag, den 09.12., zwei augenscheinlich tote Jungrinder am Frontlader aus seinem Stall.

Unser Aktivist beobachtete diese Szene und schaltete die Polizei sowie das zuständige Veterinäramt Unterallgäu ein. Die Tiere waren in einem schlimmen Zustand und mussten angeblich vom Tierarzt wegen schwerer Lungenentzündung getötet werden.

 

Kommentar von Philipp Hörmann:

„Diese Ställe muss ich nicht betreten um zu wissen wie die Tiere im Inneren leiden. Was muss ein Bauer in Deutschland anstellen, um die Härte des Gesetzes zu spüren? Wie viele Lebewesen müssen in ihren Exkrementen elendig zu Grunde gehen, damit die Ämter solche Stallungen schließen oder Berufsverbote verhängen? Es liegt ein Systemversagen vor, denn diese Zustände entstehen nicht über Nacht!“

 

Presseberichte:

https://www.all-in.de/kempten/c-lokales/oberallgaeuer-veterinaeramt-findet-kranke-rinder-auf-bauernhof_a5050251?ref=curate&fbclid=IwAR0C4lwy2HM_vhHUEs05mxipixPTgbJq9RoQsVvhMHdk14vkIN2qT477isI

https://www.br.de/nachrichten/bayern/hof-im-oberallgaeu-tieraerzte-finden-kranke-und-verletzte-tiere,RkReuk0?fbclid=IwAR3gQ3NohKPDYqREUfab41BfgwdHiA4UlcHdprWI7XAYiHihPwQvxq-MNU0

https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Gravierende-Verstoesse-gegen-den-Tierschutz-im-Allgaeu-entdeckt-id56210716.html?fbclid=IwAR3bLOQznDttnX_5GcntOXKoNbf2N0Y0iiG-aR_nMgAMBJVZ97irdbMyrsQ

 

16.12.2019 Update zum Fall im Oberallgäu

Bei der vor wenigen Tagen durchgeführten Kontrolle des landwirtschaftlichen Betriebes in Dietmannsried wurden gravierende Verstösse gegen das Tierschutzgesetz festgestellt. Brisant: Der Betrieb um den es geht, ist der des dritten Bürgermeisters der Gemeinde Dietmannsried.

Es stellt sich nun heraus, dass dieser Betrieb bereits vor einem halben Jahr erhebliche Mißstände aufwies.

 

 

 

 

“Der Betrieb des betroffenen Landwirts, der als 3. Bürgermeister der Marktgemeinde Dietmannsried auch für den Bereich Landwirtschaft und Forst verantwortlich zeichnet, wurde bereits im Juni 2019 durch die Veterinäre des Landratsamtes Oberallgäu kontrolliert. Bei dieser Begehung wurden bereits Verstöße gegen das Tierschutzgesetz festgestellt. (…) Warum nun innerhalb weniger Wochen der Zustand auf dem landwirtschaftlichen Anwesen sich wieder so gravierend verschlechtert hat ist derzeit nicht nachvollziehbar.”

 

Auf der Autobahn 96 überholten Beamte der Autobahnpolizei die AktivistInnen, sowie den Transporter und leiteten den Fahrer zur Kontrolle auf eine Raststätte. Nach einer Routineüberprüfung der Papiere, durfte Rechercheleiter Hörmann mit der Polizei einen Blick in die untere Etage des Tiertransporters werfen. Hier fielen sofort augenscheinliche Verstöße gegen die Tiertransportverordnung auf, die im weiteren Verlauf mit Hinweis auf Sonderregelungen ausgeräumt wurden.

 

Da um diese Zeit kein Veterinär erreichbar war, einigten sich die beteiligten Parteien auf eine Weiterfahrt zum Zielort Schlachthof Buchloe, um dort die Kontrolle mit den verantwortlichen Veterinären durchzuführen. Mehrere Tiere waren nicht im besten Zustand, allerdings gab es keine Bedenken in Bezug auf die sofortige Schlachtung. Ob sich Rinder im Transporter befanden, die kurz zuvor als dringend tierärztlich behandlungsbedürftig eingestuft wurden, sollte in Absprache mit dem Veterinäramt Oberallgäu geklärt werden. Informationen zum Ergebnis liegen MgT nicht vor.

 

Update 05. März Strafanzeige und Strafantrag gegen den 3. Bürgermeister von Dietmannsried

Paukenschlag in den Tierqualskandalen im Allgäu Animals United e.V. stellt Strafanzeige und Strafantrag gegen Bürgermeister von Dietmannsried. Die „Metzger gegen Tiermord“ begrüßen diesen Schritt der KollegInnen und möchte sich an dieser Stelle im Namen der Tiere recht herzlich bedanken!

 

Kopie des Beitrags:

Wir stellen Strafanzeige nebst Strafantraggegen Milchviehbetrieb im Oberallgäu

Die Vetternwirtschaft im Allgäu erschüttert Deutschland.

Nachdem zuerst ein großer Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach für Aufsehen gesorgt hatte folgtenim Abstand von gerade mal 11 Kilometern 4 weitere Betriebe.

Im Dezember berichtete der STERN von einem pikanten Fall auf einem Hof, der am 09.12.2019 aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung durch das zuständige Veterinäramt Oberallgäu kontrolliert wurde.

Im Zuge dieser Kontrolle mussten von den knapp 100 Tieren unverzüglich 26 Tiere aufgrund von Verletzung tiermedizinisch versorgt werden, 6 Tiere wurden umgehend von ihrem Leid erlöst.

Brisant an dieser Sache ist primär, dass der Betreiber des Hofes nicht nur 3. Bürgermeister von Dietmannsried ist, sondern im Zuge seiner politischen Tätigkeit auch noch im Bereich der Land- und Forstwirtschaft tätig war. Letzteres ist inzwischen geändert worden.

So recherchierte der STERN und vermeldete:

>Ein Ermittlungsverfahren gegen den Betreiber wird wegen mehrerer Verstöße gegen das Tierschutzgesetz aus formalen Gründen vermutlich erst Ende Februar/Anfang März bei der Staatsanwaltschaft Kempten eingehen.<

Warum dauert es so lange, bevor ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird? Sollten hier politische Verbindungen berücksichtigt werden?

Fakt ist: Im März finden Wahlen in der Region statt und der Milchbauer steht auf Listenplatz 2 der Freien Wähler Kandidatenliste.

Hierzu eine Aussage der Freien Wähler Allgäu auf einem entsprechenden Beitrag von unserem Aktivisten Peter Hübner, der u.a. auch für das Bündnis Metzger gegen Tiermord in diesem Fall involviert ist:

>FREIE WÄHLER Allgäu

Die Freien Wähler stehen klar für Tierschutz und zu einer Tierhaltung, die dem geltenden Tierschutzgesetz gerecht wird. Verstöße gegen das Tierschutzgesetz müssen mit den Massnahmen, die unser Rechtsstaat dafür vorsieht, geahndet werden. In den von Ihnen genannten Fällen ist dies geschehen. Wir Freie Wähler halten das für richtig und wichtig. Die Allgäuer Landräte, allen voran der Freie Wähler Hans-Joachim Weirather, drängen seit langem auf eine bessere Ausstattung für ihre Amtstierärzte und Veterinärämter. Umwelt- und Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber will für den Tier- und Artenschutz mehr Geld ausgeben und die Veterinärverwaltung vor Ort stärken. Dafür werden 70 neue Stellen geschaffen, davon 20 in den Bezirksregierungen und 22 in den Veterinärämtern der Landratsämter.<

Weiter heißt es in der Mitteilung

>Er hat alle an ihn gestellten Auflagen umgehend umgesetzt. Er hatte niemals die Staatsanwaltschaft im Haus, es ist keine Anzeige gegen ihn erstattet und zu keinem Zeitpunkt ein Tierhaltungsverbot ausgesprochen worden.<

Die Ausführung, dass bis dato angeblich noch keine Anzeige gegen den Betreiber des Hofes erstattet wurde verlangte nun unser Eingreifen.Wir von ANIMALS UNITED e.V. haben Strafanzeige nebst Strafantrag wegen Verstoß gegen das TierSchG und alle weiteren in Betracht kommenden Delikte gestellt.

Wir danken an erster Stelle dem Zusammenschluss von „Metzger gegen Tiermord“ für ihre hervorragende Recherchearbeit und auch dafür, dass sie weiterhin den Fall im Blick haben.

Die Aufstellung dieses Kandidaten trotz der bekannten Zustände schockieren uns nicht nur, sonderneine mögliche Vertuschung der Angelegenheit erschüttert unser Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit.

Wir bitten auch hier die Freien Wähler Allgäu um eine deutliche Stellungnahme, wie sich die Aufstellung dieses Kandidaten mit ihren eigenen Forderungen in Sachen Tierschutz verhält und ob die Freien Wähler Allgäu der Meinung sind, dass unsere derzeitigen TierSchG – die das Papier nicht wert sind auf dem sie geschrieben stehen, solange keine effektive Kontrolle und Strafverfolgung erfolgt – für sie ausreichend erscheinen.

Animals United e.V. – für Tierrechte. Denn Mitleid ist zu wenig!

http://www.animalsunited.de

Link zum Beitrag:

https://facebook.com/story.php?story_fbid=2918246514863450&id=163319610356168

 

Presseberichte:

https://www.new-facts.eu/dietmannsried-gravierende-verstoesse-gegen-den-tierschutz-landwirt-56-laesst-tiere-am-fruehen-morgen-abtransportieren-347506.html?fbclid=IwAR3qjNNw5HelpkLE0hW-ZbRaQlpjfsdrStINY-WHj7TRS-qIfnXV7VoL1Tw

https://www.stern.de/panorama/tierschutzskandal-im-allgaeu–milchviehbetrieb-massiv-in-der-kritik-9053418.html?fbclid=IwAR1kOdJzWQb1r1VyjOVsBR-hzkMQryxwCcHhZSYaElOgRB9j3GzXUFBI25I