/Akte: MMXX

MgT/Akte: MMXX

Oberallgäu/Die Hälfte der 600 Tiere waren dringend behandlungsbedürftig.

Eichholz bei Dietmannsried im Oberallgäu.
Ein erneuter Bauernhof des Grauens.
MgT – Akte: MMXX.

Seit Monaten wird das Allgäu von einem regelrechten Beben durch aufgedeckte Tierschutzskandale erschüttert.

Vergangene Woche sorgte der Milchviehbetrieb in Eichholz für öffentliches Entsetzen. Dies ist nunmehr der 5. Fall in kurzer Zeit. Alle Betriebe liegen im Umkreis von wenigen Kilometern und haben teilweise Sichtkontakt zueinander.

Das Rechercheteam der ,Metzger gegen Tiermord’ war vor der Großkontrolle aufgrund mehrerer konkreter Hinweise am Ort des Geschehens.

Der erste Blick in die Stallungen ließ sogar die erfahrenen TierrechtlerInnen erschaudern:

Kuh auf Liegeflache aus Fäkalien
Kühe, die sich nur noch hüpfend fortbewegen konnten. Eine Liegefläche, die nur noch aus Fäkalien bestand.

In einem See aus flüssigem Mist brachte eine Kuh ihr Kälbchen auf die Welt. Zwei Arbeiter warfen dieses frisch geborene Tier über das schmale Futterschild ihres Hofladers. Kurze Zeit später fuhren die beiden Männer mit dem Lader in hoher Geschwindigkeit über den Futtertisch. Das Kalb hing zu diesem Zeitpunkt noch immer über dem Schieber des Traktors. Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse mitten in der Nacht konnte der weitere Verlauf und dessen Ausgang nicht weiter verfolgt werden.

Im Innenhof des Anwesens folgte die nächste Entdeckung:

Kadaverhaufen mit zwei Kühen und mehreren Kälbern
Zwei entstellte tote Kühe und mindestens fünf tote Kälber lagen auf einem Kadaverhaufen. Die genaue Anzahl konnte nicht festgestellt werden, da die Kühe teilweise auf den Kälbern lagen. Der klaffende Halseinstich sowie das Einschussloch am Kopf der gefleckten Kuh lassen eine Nottötung vermuten.

Aufgrund der schlimmen Bilanz dieser Nacht entschied sich unser Team, den Hof weiter zu observieren.

Die Großrazzia der Behörden beendete die Recherche MgT – Akte: MMXX.

 

05.05.2020 Update HOF VERKAUFT – TIERHALTEVERBOT FÜR DIE ELTERN -SOHN DARF NUR NOCH IN UNTERGEORDNETER POSITION ARBEITEN –

Bericht RSA Radio vom 05.05.2020 um 11:18: “Halte- und Betreuungsverbot gegen Dietmannsrieder Familie bleibt bestehen. Das Halte- und Betreuungsverbot gegen drei Rinderhalter aus Dietmannsried bleibt. Ein Ehepaar und ihr Sohn waren vor dem Verwaltungsgericht Augsburg dagegen vorgegangen. Bereits im Januar hatte das Landratsamt Oberallgäu das Verbot wegen Mängeln bei Kontrollen verhängt. Gleich mehrfach stellten die Prüfer Krankheiten und Unterernährung bei den über 500 Tieren fest. Da der Hof bereits verkauft und die Tiere an den neuen Inhaber übergeben wurden, gab es letzte Woche nun eine außergerichtliche Einigung. Die beiden Eltern akzeptieren das Halteverbot und ziehen sich aus der Landwirtschaft zurück. Deren Sohn darf weiterhin in der Branche arbeiten – allerdings nur in einer untergeordneten Position.”