/Akte: THOR

Tierschutzskandal Nummer 6 im Allgäu-
Echtheit der Bilder durch Rechercheeinheit des Bayrischen Rundfunks bestätigt!

Dietmannsried.
Die Bilder und Videos, die aktuell an die Öffentlichkeit gelangen, zeigen erschreckende Szenen eines landwirtschaftlichen Hofes in der Gemeinde Dietmannsried.

Jungrinder, die bis zu den Sprunggelenken in flüssiger Gülle stehen.
Tiere, die in Mist und bei wenig Tageslicht gehalten werden.
Kälber, welche in aufgeschnittenen IBC Behältern mit Gittern hausen und von den davorstehenden Rindern mit Kot und Urin beschmutzt werden.
Von oben bis unten mit Fäkalien verdreckte Tiere in Anbindehaltung.



Der Betrieb, welcher schätzungsweise zwischen 200 und 300 Tiere hält, ist aktuell der Dritte Fall in Dietmannsried, bei dem erhebliche Missstände festgestellt wurden und der insgesamt Sechste im Allgäu innerhalb des letzten Jahres.

Dazu Philipp Hörmann: “Der sechste Tierschutzskandal auf wenigen Quadratkilometern innerhalb eines Jahres deutet auf ein Systemversagen hin“.

Laut BR gibt der Landwirt an, dass „ein Ventil geplatzt sei und das habe zu einer Art Überschwemmung geführt.“ Allerdings räumte dieser wohl auch ein, dass es „in der Vergangenheit einige Anzeigen gegen den Hof gegeben habe. Das Veterinäramt sei vor vier Wochen zu Kontrollen bei ihm gewesen.“



Das Landratsamt Oberallgäu hat, laut AllgäuHIT, bereits im Jahr 2019 Missstände festgestellt.

„Im Sommer vergangenen Jahres ist der Betrieb bereits vom zuständigen Veterinäramt überprüft worden sagt Andreas Kaenders, er ist Pressesprecher des Landratsamtes Oberallgäu. Zum Zeitpunkt der Kontrolle seien die Tiere auf der Weide gewesen, dennoch haben die Fachleute Missstände festgestellt die vom betroffenen Landwirt bis im Herbst 2019 aber weitgehend aufgearbeitet wurden.



Anfang Februar 2020 war das Veterinäramt erneut auf dem Anwesen und musste dabei neue Missstände feststellen, so Kaenders. Diese seien noch weitreichender gewesen als noch 2019. Hier sollen Anordnungen in verschiedenen Richtungen seitens des Landratsamtes getroffen worden sein, die auch mit einem Zwangsgeld belegt sein sollen. Dieses Zwangsgeld wird fällig, wenn er der Beseitigung des Missstände nicht nachkommt.

Das Veterinäramt werde in naher Zukunft erneut bei dem Landwirt vorstellig werden, um die Beseitigung der Missstände zu überprüfen. Einen genauen Zeitpunkt weiß ausschließlich das Veterinäramt, so Kaenders.“